Die Arbeit, Lesen
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Das EINE Buch …

Die Frage, welches Buch man auf eine einsame Insel mitnehmen würde, wird im Netz regelmäßig gestellt und fast immer lautet die Antwort: Da gäbe es einige. Niemand entscheidet sich gerne für nur ein Buch. Warum auch? Selbst auf einsame Inseln darf man reichlich Lesestoff mitnehmen, warum sollte man sich also einschränken?

schucoDieses rote Schuco-Auto ist schuld daran, dass ich mir diese Frage nach dem EINEN Buch überhaupt stelle. Als mein Vater im Januar 1945 als 5-Jähriger Hals über Kopf aus seiner Heimat fliehen musste, durfte er in seinem Rucksack nur ein einziges Spielzeug mitnehmen. Mein Vater entschied sich für das rote Schuco-Auto, das noch heute in seinem Regal steht.

Nun ja, mein Vater war damals 5 Jahre alt und die Menge an Spielsachen in Kriegszeiten sowieso begrenzt, vielleicht fiel ihm die Entscheidung gar nicht so schwer. Aber wie würde es bei uns aussehen. Könnten wir uns für EIN Buch entscheiden, wenn wir müssten?

Obwohl ich kein ausgesprochener Büchersammler bin, besitze ich doch ein Regal mit Büchern, die mir ans Herz gewachsen sind. Viele der Bücher habe ich verschlungen, manche waren unsagbar spannend, andere haben mich tief beeindruckt, mit einigen verbinde ich einfach nur schöne Erinnerungen und so manch eines ist sogar signiert.
Sie alle sind mir auf die eine oder andere Art wichtig und genau deshalb auch in meinem „Shelf of Fame“ zu finden.

Doch welches Buch wäre das eine Buch, dass es in meinen Rucksack schaffen würde?
Ganz spontan greife ich nach einem Buch von Markus Zusak. Ich habe dieses Buch geliebt, liebe es immer noch. Ja, „Die Bücherdiebin“ kommt in meinen Rucksack, weil Worte in dieser Geschichte von großer Bedeutung sind – Worte und Farben …

buecherdiebinUnd welches Buch kommt in deinen Rucksack?

10 Kommentare

  1. Uffa, wirklich nur eins??? Ich bin sponta überfordert. Bei kurzem Nachdenken kommt aber dann doch ‚Hiob‘ von Joseph Roth heraus. Was für ein unglaublich tolles Buch. Mit der Lektüre im Deutsch-Grundkurs 10.Klasse hat unser Deutschlehrer damals zumindest bei mir den richtigen Nerv getroffen. Was man von der Leistungskurslehrerin nicht behaupten konnte.
    Ohne dieses Buch wäre ich höchstwahrscheinlich nicht übers Germanistikstudium zum Buchhändlerjob gekommen.
    (Leider keine signierte Ausgabe 😉 )

  2. Immer und immer wieder würde ich mich für Jette Kaarsbols „Das Versprechen der Ehe“ entscheiden. Mein Favorit aller Zeiten!

  3. Ich würde die Bibel mitnehmen. Da finde ich immerzu neue und spannende Dinge. Für mich steht sie außer Konkurrenz.

  4. Deine Frage nach dem DEM Buch hat einen interessanten Effekt – ich habe mich beim Nachdenken an viele gelesene Bücher erinnert, die ich fast schon vergessen hatte. Hätte ich mich als junger Mensch – wie dein Vater – entscheiden müssen, dann wäre das „Die unendliche Geschichte“ von Ende geworden. Ich weiß noch, dass mich die Vorstellung, ein Buch könne auch mich in eine andere Welt hineinziehen und ich könne die Geschicke darin selbst beeinflussen, unglaublich fasziniert hat. Ja, ich habs als Kind fast gehofft 🙂

    Auf die Insel und aus heutiger Sicht würde ich „Liebe – Brot der Armen“ von Thyde Monnier mitnehmen.
    Der Roman ist 1959 in deutscher Sprache erschienen und ein wunderschöner, berührender Roman, der das Leben zweier franz. Familien um die Wende des vergangenen Jahrhunderts in der Provence erzählt. Zärtlich. Und – vielleicht auch, weil schon recht alt – in einer bezaubernden und dichten Sprache verfasst 🙂

    • So ging es mir auch. Tatsächlich muss man sich nämlich bei EINEM Buch viel intensiver mit seinen Lieblingsbüchern auseinandersetzen. Schön, dass ich einen Gedankenanstoss liefern konnte 🙂

  5. Ich schwanke zwischen Falladas „Wolf unter Wölfen“ und Ursula Poznanskis „Erebos“. Wahrscheinlich wird wohl Fallada das Rennen machen – allein schon wegen des Umfangs. Wer weiß, wie lange ich auf der Insel bleiben muss. Bleiben darf.

    Herzlichst
    Marie

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