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Anlesen lohnt sich, durchlesen sowieso!

challenge10Am Freitag kündigte ich auf meiner Facebook-Seite meine 12-Bücher-anlesen-Challenge an und erntete erst einmal Kritik, dass das schlichte Anlesen von Büchern komplett dämlich sei.

Ich denke, dass man hier durchaus differenzieren muss. Bücher, die ich mir kaufe, lese ich immer! aus. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber dann müssen die Bücher schon grottenschlecht sein.

Diese 12 Bücher sind allerdings (bis auf wenige Ausnahmen) Rezensionsexemplare für die Jugendredaktion, was für mich bedeutet, dass sie sich bald per Post zu einem jungen Leser aufmachen und für mich nicht mehr erreichbar/lesbar sind.

Deshalb entschied ich mich, das Wochenende zu nutzen, um die Bücher jedenfalls anzulesen und mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Anlesen bedeutete in diesem Fall etwa 50 bis 60 Seiten zu lesen, die zumindest reichten, um ein wenig in die Geschichte einzutauchen (mal mehr, mal weniger), einen Einblick in die Sprache zu bekommen und last but not least festzustellen, dass es sich manchmal schwerer (gar nicht 😉 ) zum nächsten Buch wechseln ließ.

challenge01„Selection“ ist das erste Buch meiner Challenge. Ich lese 4 Kapitel und stelle schnell fest, dass das ein Buch zum Weiterlesen ist, nur meine Disziplin und die 11 weiteren Bücher halten mich davon ab. Ich möchte mehr über Illeá wissen und was es mit den Provinzen und Kasten auf sich hat. Werden America und Aspen zusammen kommen oder ist Prinz Maxon vielleicht gar nicht so schlecht? Wie wird es America im Palast ergehen?

Das Thema der Kasten und der Vorauswahl hat mich in Zügen ein wenig an die Tribute von Panem erinnert, da ich aber gerade den ersten Teil grandios fand, wird dieses Buch bei den Lesern sicherlich gut ankommen.

challenge02Mit „Alles dreht sich“ wähle ich ein anderes Genre: Echtes Leben oder sollte ich eher Echtes Sterben sagen. Auf Seite 68 geht es mit dem Kapitel „Ein Furz im Universum“ weiter, leider ohne mich, denn das nächste Buch wartet schon. Schade, hätte schon gerne gewusst was Max und Linda im ersten Kapitel verbrochen haben oder noch verbrechen werden. Was wohl alles noch auf ihre Liste  „Was ich unbedingt noch machen will, bevor ich abkratze“ kommen wird? Mir haben die ersten 67 Seiten gefallen, ich brauche einen Moment um festzustellen, dass die Kapitel aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, aber recht bald habe ich den Dreh raus. Wieder ein Buch, dass ich ungern aufgebe.

challenge03Spannende Bücher nach 65 Seiten wegzulegen ist eine Qual. Und richtig spannend beginnt er, der Thriller „Keiner wird dich kennen“ von Katja Brandis.

Wir lernen Maja, Lila und Elias kennen, erfahren, was ihnen zugestoßen ist und sind bei ihrer schweren Entscheidung, ein Leben mit einer neuen Identität zu beginnen, dabei. Von jetzt auf gleich müssen sie alles hinter sich lassen, ihre Wohnung, den Job, die Familie und den Freund. Doch wird Maja ihren Freund vergessen können? Sicherlich nicht! Soviel verrät schon der Klappentext. Unglaublich packend und sehr sehr schwer wegzulegen.

challenge04Bei Buch Nummer 4 hat mich gleich das Cover angesprochen. Und ich werde nicht enttäuscht. Die ersten 66 Seiten von „Zurück nach Holly Hill“ lassen sich flott weglesen. Mein letztes Kapitel endet zudem mit einem Paukenschlag, dass ich das Buch kaum weglegen kann.

Die Geschichte der 17-jährigen Emily hat gleich von den ersten Seiten an etwas Magisches. Und die Reise in ein Dorf, das auf keiner Karte zu finden ist und in dem ziemlich skurrile Menschen leben, die Emily scheinbar kennen, ist nicht weniger spannend. Ich bin sehr gespannt auf die Meinung aus der Redaktion, denn das Buch macht sich bald auf nach Berlin.

challenge05Bei „Die Scanner“ ist es dann doch passiert. Disziplin hin oder her, dieses kleine Buch mit seiner großen Geschichte kann ich dann doch nicht weglegen, zu spannend ist dieser Zukunftsthriller.

Wie wird unsere Welt im Jahr 2035 aussehen? Hoffentlich nicht so, denke ich mir als Buchliebhaber. Zitat: „Überhaupt fand ich alles Textliche unheimich langweilig. Ich hatte mir die gescannten Bücher, die auf Ultranetz zur Verfügung standen, noch nie angeschaut. Wenn ich die Wahl zwischen atemberaubendem Animator und schwarz-weißem Buchstabensalat hatte, war das keine schwere Entscheidung.“ – Unbedingt lesen!!

challenge06„Der 13 Gast“ kann mich zumindest auf den ersten 70 Seiten nicht überzeugen. Die Beschreibungen triefen  nur vor lautmalerischen Adjektiven. Zitat: „Über das Mauerwerk aus goldgelbem Stein krochen die skelettartigen vertrockneten Ranken von wildem Wein über die Leiter aus Mörtellinien, und dunklere Flecken sickerten von dem durchhängenden Dachfirst an der Mauer herunter.“ Sicher Geschmackssache, für mich aber definitiv too much. Auch wollte die Spannung nicht so recht aufkommen. Das Buch selbst hat 440 Seiten, also noch genügend Zeit um richtig loszulegen, ich für meinen Fall würde die anderen Bücher jedoch zum Weiterlesen vorziehen.

challenge07Das Buch „Pandämonium“ entspricht so gar nicht meinem Beuteschema. Dass es bei der Lesechallenge dennoch dabei ist, hat es den Jugendlichen der Redaktion zu verdanken, die sich das Buch zuhauf zum Testlesen wünschten. Das macht natürlich neugierig.

Auf den ersten Seiten lerne ich den Taschendieb Jack kennen, der Ende des 16. Jahrhunderts in London lebt. Sowohl Klappentext als auch Cover verraten jedoch, dass es in „Pandämonium“ nicht historisch sondern magisch zugehen wird. Ich steige allerdings an einer sehr spannenden Stelle vor Kapitel 7 aus, als sich die Magie gerade zu entfalten beginnt. Nicht ganz mein Thema, aber der Redaktion wird es sicher gefallen.

challenge08„Der Mann, der den Regen träumte“ ist laut Klappentext eine Fabel über die Liebe. Auf den ersten Seiten erfahren wir jedoch nur, dass Elsa aufgrund mehrerer Schicksalsschläge ihr Leben in New York hinter sich lässt und in ein kleines einsames Örtchen namens Thunderstown zieht. Die Beschreibungen der Landschaft ist sehr anschaulich, wobei sich die vergleichenden Beschreibungen mit „wie“ in Teilen doch sehr häufen. Seite 45-47 „… wie einen Tisch voller Gebetskerzen, … wie schnuppernde Hasen, … wie ein Echo lang vergangener Erdrutsche, … wie der Kieferknochen eines Raubtiers, … wie Kartenspieler über einen Tisch.“ Trotzdem ein Buch, das ich weiterlesen werde, da es glücklicherweise mein eigenes  ist 🙂

challenge09Dass ich meine Challenge nicht schaffen werde, ist mir spätestens nach Beginn des Buches „Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen“ klar, denn ich habe mich gleich auf den ersten Seiten in Calpurnia und ihre Familie verliebt. Calpurnia lebt in Texas. Das 19. Jahrhundert neigt sich seinem Ende zu, die Sklaverei ist noch nicht lange abgeschafft. Natürlich soll Calpurnia den vorbestimmten Weg aller Mädchen gehen, Klavier spielen, sticken, kochen und irgendwann heiraten und Kinder kriegen. Doch die 12-Jährige hat ganz andere Interessen, sie studiert die Tierwelt und liest Charles Darwins Buch „Über die Entstehung der Arten“.  In ihrem Großvater findet sie einen Unterstützer ihrer Vorlieben. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

Mein Fazit nach diesem Anlese-Wochenende: Anlesen lohnt sich, durchlesen sowieso!
Sicherlich war es nicht das letzte Mal, dass ich mir auf diese Weise einen Überblick über die Rezensionsexemplare verschafft habe. Und natürlich bin ich sehr gespannt, wie die einzelnen Bücher in der Kinder- und Jugendredaktion ankommen.

5 Kommentare

  1. Also ich finde das eine tolle Sache, zumal du die Bücher, wenn sie dir richtig gut gefallen haben, ja nochmal kaufen kannst und dann in Ruhe genießen kannst. Vor allem Katja Brandis Buch und „Calpurnias evolutionäre Entdeckungen“ haben mich neugierig gemacht. „Hollyhill“ möchte ich auch noch lesen und „Der 13. Gast“ liegt schon hier als Rezensionsexemplar. Mal gucken, wie mir die schwülstige Art gefällt, muss ich im Gesamtkontext sehen.. empfehlenswert scheint auch „Flamingos im Schnee“ zu sein, darauf bin ich ja gestern gestoßen und ich glaube, das wäre auch etwas für eure Redaktion 😉

    Ich wünsche allen Rezensenten aus deinem Team viel viel Spaß beim Lesen, das wird sicher spannend! ♥

    Liebe Grüße
    Sandra

  2. Maren sagt

    Wow – sehr schönerArtikel, der große Lust auf alle Bücher macht! Und ich gratuliere Dir zur Disziplin, nicht nur die ganzen Bücher an- oder ausgelesen, sondern sofort auch den Artikel dazu geschrieben zu haben! Toll!

    • Das ging aber auch nur, weil ich nach jedem Buch gleich hoch an den Rechner bin und ein paar Sätze zum jeweiligen Buch notiert habe. Sonst geht da doch schnell etwas durcheinander 😉

  3. Pingback: Pfingstwochenende: 5 Bücher wurden (an-)gelesen | Lesen :: Leben :: Lachen

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