Jahr: 2012

Was macht einen Autor zum Autor?

Eine komische Frage? Keinesfalls! Diese Frage stelle ich mir bzw. muss ich mir regelmäßig stellen, denn als Betreiberin von Buecherkinder.de und den Ohrensessel Wohnzimmer-lesungen bekomme ich regelmäßig Bücher zum Testlesen angeboten. Doch ist jeder Verfasser eines Buches wirklich als Autor zu bezeichnen? Irgendwo muss es doch einen Unterschied zwischen Lieschen Müller und sagen wir mal Zoë Beck geben! Ich habe mal Wikipedia befragt. Dort heißt es: Alles klar. Demnach sind die Verfasser aller mir zugesandter Bücher Autoren. Die Fragestellung führt also hinsichtlich der Qualität zu keiner befriedigenden Antwort. Vielleicht muss ich die Frage umformulieren und sie müsste lauten: „Macht ein Verlag einen Autor zum Autor?“ Zur Beantwortung springe ich kurz in die Vergangenheit. Als ich vor 10 Jahren meine Website Buecherkinder.de ins Leben rief, war meine Verlagswelt noch in Ordnung, sie war eben geordnet. Die Kinder- und Jugendbuchverlage waren allesamt Publikumsverlage, viele von ihnen zudem in der avj organisiert. Für diejenigen, denen der Begriff „Publikumsverlag“ nicht ganz vertraut ist, habe ich mal den wie ich finde wichtigsten Satz des Wikipedia-Eintrags kopiert, in dem es heißt: Zur …

Bloggen für die Frankfurter Buchmesse

In gut drei Wochen öffnet die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Tore. Ich werde 2012 das siebte Mal dabei sein, doch dieses Jahr ist manches anders. Verließ ich bislang die Messe spätestens am Freitag, um so dem Rummel des Wochenendes zu entgehen, bleibe ich dieses Mal bis zum Abschlussgong am späten Sonntag Nachmittag. So bleibt mir auch genügend Zeit, um über Neuigkeiten im Bereich Kinder- und Jugendmedien zu berichten. Dies tue ich jedoch dieses Jahr ausnahmsweise mal nicht hier sondern auf dem Blog der Frankfurter Buchmesse. Meine ersten Blogbeiträge sind bereits online, denn ich berichte schon im Vorfeld über Messeplanung, interessante Diskussionen und Termine. Schaut doch mal vorbei und wenn euch ein spezielles Thema besonders interessiert, lasst es mich wissen. Vielleicht kann ich auch daraus einen kleinen feinen Blog-Beitrag zaubern.

Die vierte Wohnzimmerlesung oder Autor an Panna Cotta

Schon zum vierten Mal konnte ich am vergangen Freitag einen Autor in meinem Wohnzimmer willkommen heißen. Die über 30 Zuhörer dürften sich über einen quirligen Frank Maria Reifenberg freuen, der mit seinem Buch „Unsichtbare Blicke“ im roten Ohrensessel Platz nahm.

Der Thriller erzählt die Geschichte der 17-jährigen Josie, die durch die Webcam in ihrem Zimmer beobachtet wird. Von einem Mörder wie sich bald herausstellt …

Doch bevor der Autor loslegte, gab es eine kurze Autorenvorstellung, die wir beide dieses Mal als Frage-Antwort-Spiel gestalteten. Natürlich stehenderweise, da Frank Maria Reifenberg eigentlich lieber dynamisch im Stehen sein Publikum unterhält. Dennoch hatte es die anschließende Lesung trotz Platz im Ohrensessel in sich, denn Reifenberg ist nicht nur ein wirklich guter Autor sondern auch ein begnadeter Vorleser. Die Passagen des unbekannten Mörders las er so eindringlich, dass es einem in der ersten Reihe Angst und Bange werden konnte.

„Digitale Demenz“ oder alles nur Quatsch?

Zur Zeit kommt man an Manfred Spitzer und seinem  Buch „Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ kaum vorbei. Egal ob bei Talkshows oder in den Printmedien, überall begegnen uns Spitzers knallharte Ansichten zum Thema Medienkonsum und dessen Auswirkungen auf unser Gehirn. Kein Wunder also, dass Aussagen wie „Meiden Sie die digitalen Medien. Sie machen […] dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich.“ einen Menschen wie mich, dessen Arbeitsfeld das Internet ist und der Nachwuchs im besten Internetalter hat, erst einmal naserümpfend zurückschrecken lässt. Doch anstatt mich auf diverse Beiträge zu verlassen, die Spitzers Werk bisweilen als Pamphlet beschimpfen, wollte ich mir meine eigene Meinung bilden. Das Buch, das im Droemer Verlag erschienen ist, umfasst 367 Seiten wobei knapp 40 Seiten auf Anmerkungen, Literatur- und Bildnachweise entfallen. Die restlichen Seiten sind in 14 Kapitel unterteilt, die jeweils mit einem Fazit schließen. Es wäre übrigens spannend zu wissen, wieviele der im Netz kursierenden Meinungen zum Buch möglicherweise nur auf den gelesenen Fazit-Seiten beruhen, aber das ist eine andere Frage. Ich jedenfalls …

Urheberrecht sucks oder Kann mir das bitte mal einer erklären?

Ich stehe auf dem Kriegsfuß mit dem blöden Urheberrecht. Klar weiß ich, dass ich das gedruckte Werk meines Liebslingsautors nicht durch den Kopierer jagen darf, um die Kopie dann meiner besten Freundin zu schenken (oder darf ich das womöglich doch?), aber was das Urheber-, Foto- oder sonstwie Recht in Blogs oder den sozialen Netzwerken angeht, bin ich bisweilen echt überfragt. Das ist natürlich dumm für jemanden wie mich (und vermutlich für tausende andere auch), der Gesetze durchaus achtet, nur sich manchmal nicht in der Lage dazu sieht, da diese nicht in verständlicher Form publiziert werden. Ich will das mal an einem Beispiel erklären. Gerade bei Facebook stolpere ich regelmäßig über wirklich tolle Fotos und nicht weniger schöne Zitate – oft auch in Bildform – die ich gerne teilen möchte. So auch über eins von Karl Valentin, das ich hier nicht zitieren möchte, da ich mich damit vermutlich schon strafbar machen würde. Nun, dieses Zitat fand ich in Bildform, habe es mir als JPG heruntergeladen aber nicht gepostet, da ich nicht ausmachen konnte, von wem das …