Die Arbeit, Im Büro
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Auf der Suche nach dem deutschen Jugendliteraturpreis

Mein Morgen beginnt immer mit Kaffee, Tageszeitung und SocialWeb. Sonntags sind es aufgrund fehlender Tageszeitung die Branchenmagazine, die ihren Weg in mein Bett finden. Heute war ich natürlich besonders gespannt auf die Post-Buchmesse-Berichterstattung im Börsenblatt, besonders freute ich mich auf den Beitrag zum Jugendliteraturpreis, dessen feierliche Verleihung ich mit rund 2.000 anderen Gästen dieses Jahr zum ersten Mal besuchte.  Auf Seite 9 werde ich fündig …

Börsenblatt Heft 42 vom 18. Oktober 2012, Seite 9

… aber sollten diese zwei Spalten, die mit Bild gerade mal ein Viertel der Seite einnehmen, wirklich alles gewesen sein? Ich blättere weiter, stoße auf ausführliche Reportagen zum  digitalen Klassenzimmer und natürlich kommt auch der Buchpreis mit einer Doppelseite nicht zu kurz. Vom Jugendliteraturpreis aber fehlt jede weitere Spur. Sollte es tatsächlich so sein, dass auf 35! Seiten Buchmesse-Berichterstattung kein Platz für den einzigen deutschen Staatspreis für Literatur ist?

Ich bin empört darüber, dass die Kinder- und Jugendliteratur nach wie vor so stiefmütterlich behandelt wird. Erst fliegt sie aus dem Feuilleton der ZEIT und nun hat das Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel auch keine 1.000 Zeichen für sie übrig. Begreift denn niemand, dass mit der Qualität des Kinder- und Jugendbuches in meinen Augen die Buchbranche steht und fällt? Kinder haben heutzutage tausend Möglichkeiten, sich in ihrer Freizeit zu beschäftigen, warum sollten sie nach einem Buch greifen? Nur wenn wir als Eltern, Großeltern, Leser den Nachwuchs für Geschichten begeistern können, werden die jungen Leser auch später weiterhin zum Buch greifen. Die heutigen Kinderbuchleser sind die Buchpreis-Leser von morgen. Vergesst das nie!

2 Kommentare

  1. … und wenn man dann noch bedenkt, welchen prozentualen Anteil am gesamten Buchmarkt die Kinder- und Jugendbuchliteratur einnimmt, wird das Ganze noch unverständlicher. Aber KInder und Jugendliche fallen ja in ihren Belangen gerne mal von der medialen Tischkante.

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