Monate: Oktober 2012

Mein erstes Literaturmenü oder Am Tisch mit Martin Walker

Bereits zum 20. Mal veranstaltete Sara Willwerth das bei Kunden und Freunden der Buchhandlung Weber beliebte Literaturmenü. Die Buchhändlerin aus Erkrath und der Chef des Restaurants Olive, Ingo Hopmann, sind seit 10 Jahren ein eingespieltes Team, wenn wunderbare Bücher, große Autoren und leckere Köstlichkeiten aufeinander treffen. Kein Wunder also, dass zur Jubiläumsausgabe des Literaturmenüs Martin Walker erwartet wurde, der mit seinen Périgord-Krimis rund um den kochenden Dorfpolizisten Bruno ausgezeichnet ins lukullische Konzept passte. Gegen 19 Uhr füllte sich so langsam der festlich eingedeckte Lokschuppen in Hochdahl und mit einem Gläschen Sekt in der Hand kam man schnell mit anderen Buchbegeisterten und dem Autor selbst ins Gespräch. Übrigens gehörte ich mit sieben anderen zu den Glücklichen, die am Autoren-Tisch Platz nehmen konnten . Nach einer kurzen Begrüßung durch die Gastgeber durften wir uns dann zunächst einmal an Leib und Magen erfreuen und die Vorspeise, eine Kürbis-Quiche, genießen. Frisch gestärkt machte sich Martin Walker schließlich „an die Arbeit“ und las auf Englisch aus dem 4. Bruno-Fall „The Crowded Grave“, obwohl der gebürtige Schotte auch ausgezeichnet Deutsch spricht. …

Alle Jahre wieder: Buchausstellungen in den Kitas

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die immer wiederkehrende Frage: „Welche Bücher nehme ich im November bloß mit zu den  Buchausstellungen in den heimischen Kitas?“ In den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit fiel mir die Entscheidung sehr schwer. Es gab einfach viel zu viele schöne Bücher, die alle flüsterten: „Nimm mich mit, ich bin so ein tolles Buch und werde mich sicherlich prima verkaufen!“. Und so schleppte ich mich meist mit fünf prallgefüllten Barsortimentswannen ab. Über die Jahre wurden die Bücher zwar nicht schlechter, aber mein Rücken, weshalb ich das ausgewählte Buchprogramm auf maximal 30 Bücher reduzierte. Das sind zwar immer noch reichlich für meinen Tapeziertisch, aber ein bisschen was zum Gucken muss ja schließlich sein. Schwierig bleibt die Auswahl trotzdem. Zu allererst versuche ich möglichst viele Bereiche abzudecken: Pappbilderbücher für die U3-Kinder, Vorlesegeschichten, Bilderbücher, Sachbücher, Erstleser und auch ein paar Weihnachtstitel dürfen nicht fehlen. Ich gehe gedanklich mein Regal durch, überlege, welche Titel mich überzeugt haben und welche Geschichten bei den jungen Bilderbuchtestern besonders gut ankamen. Welche Preisträger des Leipziger Lesekompass …

Lasst mich bloß in Ruhe mit eurer Amazon-Meckerei!

Es ist mal wieder an der Zeit, meinem Unmut Luft zu verschaffen. Vermutlich werde ich beschimpft werden und einen digitalen Shitstorm auf mich ziehen, aber manchmal muss eine Frau tun, was eine Frau tun muss. Es geht mal wieder um das leidige Thema Amazon. Wer schon einmal meine Website besucht hat, wird festgestellt haben, dass ich dort auf Amazon verlinke. Seit 2005 bin ich jedoch Mitglied im Börsenverein, habe eine buchhändlerische Verkehrsnummer und muss mich seitdem regelmäßig wegen meiner Amazon-Verlinkung anfeinden lassen. Deshalb möchte ich hier und jetzt einfach mal für Klarheit sorgen! Die Buecherkinder-Website entstand 2002 aus meiner Lese- und Vorleseleidenschaft heraus (so wie heute auch viele Buchblogs). Damals von mir noch eigenhändig in HTML programmiert, enthielt die Seite Bücher, die ich mit meinen Kindern gelesen und für gut befunden hatte. Natürlich wollte ich Lesern der Bewertungen auch ermöglichen, das Buch zu kaufen und da war es naheliegend auf den damals größten Online-Buchversender zu verlinken. Dass durch die Verlinkung durch das Partnerprogramm auch noch ein wenig Taschengeld herausspringen sollte, war ein netter Nebeneffekt. Über …

Auf der Suche nach dem deutschen Jugendliteraturpreis

Mein Morgen beginnt immer mit Kaffee, Tageszeitung und SocialWeb. Sonntags sind es aufgrund fehlender Tageszeitung die Branchenmagazine, die ihren Weg in mein Bett finden. Heute war ich natürlich besonders gespannt auf die Post-Buchmesse-Berichterstattung im Börsenblatt, besonders freute ich mich auf den Beitrag zum Jugendliteraturpreis, dessen feierliche Verleihung ich mit rund 2.000 anderen Gästen dieses Jahr zum ersten Mal besuchte.  Auf Seite 9 werde ich fündig … … aber sollten diese zwei Spalten, die mit Bild gerade mal ein Viertel der Seite einnehmen, wirklich alles gewesen sein? Ich blättere weiter, stoße auf ausführliche Reportagen zum  digitalen Klassenzimmer und natürlich kommt auch der Buchpreis mit einer Doppelseite nicht zu kurz. Vom Jugendliteraturpreis aber fehlt jede weitere Spur. Sollte es tatsächlich so sein, dass auf 35! Seiten Buchmesse-Berichterstattung kein Platz für den einzigen deutschen Staatspreis für Literatur ist? Ich bin empört darüber, dass die Kinder- und Jugendliteratur nach wie vor so stiefmütterlich behandelt wird. Erst fliegt sie aus dem Feuilleton der ZEIT und nun hat das Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel auch keine 1.000 Zeichen für sie übrig. …

Leseexemplare zu verkaufen! Ernsthaft?

Es gibt nur wenige Dinge, die mich auf die Palme bringen, aber das Verkaufen von Lese- oder Rezensionsexemplaren und das dabei völlig abhanden gekommene Unrechtsbewusstsein einiger Buchblogger gehören definitiv dazu. Was ist an „unverkäuflich“ nicht zu verstehen? Und das Ganze dann auch noch in aller Öffentlichkeit bei Facebook zu diskutieren ist so frech, dass es mir fast die Sprache verschlägt. Ich komme in den Genuss seit nunmehr 10 Jahren Lese- und Rezensionsexemplare vieler Kinderbuchverlage zu erhalten. Ich freue mich bei jedem Päckchen immer noch wie ein kleines Kind und versuche zusammen mit der Kinder- und Jugendredaktion jedes Buch zu bewerten – auch diese, die ich nicht angefordert habe. Bleiben zum Ende des Jahres Bücher übrig, was meist nicht der Fall ist, da die Redaktionsmitglieder ihre Bücher natürlich behalten dürfen, gibt es viele Möglichkeiten, dieses Buch wieder unter die Leser zu bekommen. Verkaufen gehört definitiv nicht dazu! Was man mir kostenlos zur Verfügung stellt, gebe ich auch ebenso kostenlos weiter. Gerne beantworte ich auch deshalb die letzte Frage im oben abgebildeten Thread: „Was machst du denn …