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Lesefreunde haben’s manchmal schwer

Anfang des Jahres hörte ich zum ersten Mal von der Aktion „Lesefreunde“, die erstmalig von der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutschen Buchverlagen initiiert wurde. Aus den vergangenen Jahren kannte ich bereits das Welttagsbuch „Ich schenk dir eine Geschichte“ für Kinder; dass dieses Jahr auch 1.000.000 Bücher unter die erwachsenen Leser gebracht werden sollten, war also neu.

Auf der entsprechenden Website wurde die Idee der „Lesefreunde“ dann genauestens erklärt. Bis zum 20. Februar 2012 konnte man sich als einer von 33.333 Buchschenkern registrieren und aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel auswählen, den man zum Welttag des Buches verschenken wollte.  30 Bücher meines Wunschbuchs konnte ich mir dann ab 16. April in einer Buchhandlung, die sich an der Aktion beteiligte, abholen.
Die Buchtitel wurden von den teilnehmenden Verlagen
kostenlos zur Verfügung gestellt.

Geben Sie als Buch-Schenker ihre Leidenschaft fürs Lesen an Menschen weiter – gerade an die, die wenig, selten oder gar nicht lesen.

Diese Anmerkung auf der Website nahm ich mir zu Herzen. Es wäre ein einfaches gewesen, 30 Bücher an meine lesebegeisterten Freunde, Bekannte und Verwandte zu verschenken. Ich hatte mir jedoch überlegt, meine mir zum Teil unbekannte Nachbarschaft mit dem Krimi „Süden und der Luftgitarrist“ zu überraschen.

Ich packte also die Bücher in mein Körbchen und zog los. Im ersten Haus – ohne Gegensprechanlage – konnte ich nach kurzer Erklärung zur Aktion die ersten drei Bücher überreichen. Beschwingt ging es zum nächsten Haus weiter. Hier war nur ein Bewohner anwesend, mit dem ich mich erst einmal eine Weile per Gegensprechanlage unterhielt, bevor er selbst an die Tür kam, um die geheimnisvolle Buchschenkerin in Augenschein zu nehmen. Nach erfolgter Prüfung war dieser Nachbar aber sehr begeistert und nahm das Buch gern entgegen. Das nun folgende Haus – mit Gegensprechanlage – wurde zu meinem persönlichen Waterloo. Alle drei Anwohner waren anwesend, wimmelten mich aber ohne zu öffnen mit vielerlei Begründungen ab. „Ich lese keine Krimis“ war nur eine von ihnen.

Fremde Menschen an der Tür, die auch noch etwas verschenken wollen, sind eben immer verdächtig. Und leider war die Gegensprechanlage auch auf meiner weiteren Tour mein ärgster Feind, weshalb ich mich schließlich doch entschloss, auch auf anderem Weg meinen Krimi an den Mann und die Frau zu bringen. Einige Bücher landeten bei meinem ersten Bookcrosser-Treffen in den Taschen mir unbekannter aber lesebegeisterter Menschen, weitere Bücher erfreuen jetzt meine unmittelbaren Nachbarn, die mich alle hereinbaten und mich sogar noch bewirteten.

Als Buchschenker der ersten Stunde habe ich – wie ich finde – einen ganz respektablen Start hingelegt. Im kommenden Jahr bin ich bestimmt wieder dabei. Vielleicht werde ich mich dann in meinen Vorgarten setzen, aus dem Buch vorlesen und den vorbeigehenden  und lauschenden Nachbarn eines überreichen. Wer weiß, bis dahin fällt mir bestimmt etwas Tolles ein 🙂

3 Kommentare

  1. Tobias/Corrina sagt

    Meine Idee fürs nächste Jahr:
    einen Tag in den Öffentlichen unterwegs sein und sympathischen Menschen einfach ein Buch schenken.

  2. Ich habe auch bei der Aktion der Leserfreunde mitgemacht und durfte das Buch „Biss zum Morgengrauen“ verschenken. Über die Hälfte der 30 Bücher verschenkte ich an Freunde und Bekannte, die restlichen verschenkte ich über meine eigens ins Leben gerufene Blogaktion, in der ich an meine Leser (neue und alte) diese Bücher verschenkte.
    Auch ich werde im kommenden Jahr wieder mit dabei sein und hoffe auf tolle Bücher, wie in diesem Jahr. 🙂

  3. Was für eine tolle Idee, die Bücher an fremde Menschen zu verschenken. Ich habe auch mitgemacht (habe „Suite Francaise“ von Iréne Nemirovsi bekommen) und die meisten bereits an Freunde und Bekannte verschenkt. Die haben sich total gefreut. Vielleicht nehm ich dich als Vorbild und veschenk die wenigen übriggebliebenen an fremde Leute. Wirklich tolle Idee :)!!

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