Das Netz, Stöckchen und Co.
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Lesen wir noch Gedrucktes? oder Alles hat seine Zeit.

Blogparade über Zeitungen, Zeitschriften und Bücher: Lesen wir noch Gedrucktes?, gestartet von Mike Schnoor.


Lese ich noch Gedrucktes?

Diese Frage beantworte ich ganz zügig mit einem JA. Tatsächlich hat die Liebe zum gedruckten Wort ihren Ursprung in meinem ersten beruflichen „Leben“.  Als Schriftsetzerin in einer lokalen Druckerei war ich schließlich täglich von Buchstaben und Druckerfarbe umgeben. Und auch in meiner heutigen Tätigkeit, in der ich Kinder- und Jugendbücher sichte, bewerte und verkaufe, füllt Gedrucktes meine Regalböden.

Aber auch digitale Gerätschaften machten vor meinem Billy-Regal nicht halt. Ebook-Reader und iPad nahmen Einzug in mein heimisches Büro und fristen – trotz meiner hohen digitalen Affinität – eher ein trauriges Dasein. Warum das so ist, zeigt vielleicht der Blick in meinen Tagesablauf.

Die Zeitung am Morgen

Mein Morgen beginnt mit Kaffee, Zeitung und iPhone. Ersteres um wach zu werden, letzteres um per Twitter die neuesten Meldungen zu checken und in der Mitte die Zeitung, die seit jeher fester Bestandteil unseres Morgens ist. Denn eine Zeitung hat auf jeden Fall einen unschlagbaren Vorteil: Sie lässt sich teilen. Während ich noch in der Kultur blättere, kann der erste Sohn schon den Wurzel-Comic studieren, während der Göttergatte noch mit dem Sportteil beschäftigt ist. Natürlich haben wir aus verschiedenen Gründen das digitale Abo ins Auge gefasst und auch getestet, um uns schließlich aber für die Printversion zu entscheiden. Ich möchte meine Zeitung eben blättern, teilen, genießen.

Anders sieht es da mit diversen Feeds von unterschiedlichsten Zeitungen und Zeitschriften aus. Per Google Reader abonniert, lese ich aktuelle Beiträge an meinem Arbeitsplatz via PC,  um mich über spezielle Themen zu informieren und die Informationen gegebenenfalls auch gleich viral in sozialen Netzwerken zu verteilen.

Das Buch am Abend

Nach getaner Arbeit genieße ich dann gerne ein gutes Buch am Abend – lesefreundlich in meine Leselotte eingespannt. Und tatsächlich kaufe ich mir auch neue Bücher stets als Printversion, weil ich für das gleiche Geld dann doch lieber ein haptisches Buch besitze, was ich lesen, ins Regal stellen, verleihen oder verschenken kann. Dass der Reader zum Beispiel für Studenten unschlagbare Vorteile bietet, will ich nicht bestreiten, aber mich als Belletristik-Leser lockt höchstens mal ein Ebook-Sonderangebot.

Bleibt abzuwarten, wie sich mein und unser Leseverhalten in den nächsten Jahren verändern wird, oder eben auch nicht. Alles hat seine Zeit und Totgesagte leben ja eh länger. Wir werden dann einfach in 5 Jahren erneut einen Blick in mein Regal werfen.

4 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag. Ich musste gerade mal über mein Leseverhalten nachdenken. Während meine bessere Hälfte scheinbar alles über Twitter, Bild de.,Ksta und Express online
    in sich aufsaugt, nehme ich gerne eine Zeitung zur Hand. So freu ich mich jede Woche auf die Wochenblätter, die mangels fehlender spannender Informationen in ca.5 bis 10 Minuten ausgelesen ins Altpapier wandern. Bücher lese ich nach wie vor gerne, vorzugsweise in der Badewanne. Wenn Freunde von mir zum IKEA fahren, komme ich nur mit, weil man dort so herrlich Bücher adoptieren kann. Eines der Billy Regale steht dann auch bei mir voll mit kostenlosen Druckwerken, die ich mir bei Ikea zugelegt habe. Ich finde immer was! Sehr zum Leidwesen meiner Mitbewohner, die sich schon sehr wundern, wie man so gerne lesen kann.
    Wahrscheinlich ein Gendefekt 😉 , den ich von meiner Mutter geerbt habe. Sie hat immer viel gelesen und ich hatte selten ihre Aufmerksamkeit. Diese widmete sie lieber dem Buch vor ihrer Nase und so lernte ich dann auch sehr schnell lesen. Immerhin wollte ich doch wissen, was in den Büchern und Romanen so interessant war. Und wenn ich weiter nachdenke, finde ich ein Buch ist lebendig. Das E-Book ist mir viel zu kalt um es vorzuziehen.

  2. Hallo Steffi,
    ich sehe es ähnlich wie du. Mir ist ein gutes Buch, welches nach Druckerfarbe und Papier duftet, ich in den Händen halten, über seine Seiten streicheln kann und die Seiten umblättern kann viel lieber als eine E-Book-Datei. Man sitzt doch den ganzen Tag vor einem flimmernden Bildschirm auf Arbeit und kommt dann heim und möchte einfach nur seine Nase in ein normales flimmerfreies reales Buch stecken.

    Hast du das Buch „Clockwork Spiders“ von Corina Bomann schon gelesen bzw. rezensiert/zur Rezension verschickt? Wenn nicht, würde ich mich für dieses Buch gern anmelden.

    vlg phoenics 🙂

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